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Mehr Familie wagen

Die Durchsetzung der Homosexuellen-Agenda geht auf Kosten der demokratischen Grundfreiheiten der Gesellschaft. Was wir brauchen, ist eine Politik, welche durch die soziale und materielle Stärkung der Familie Zukunft schafft.

Mehr davon? Brauchen wir wirklich mehr Christopher Street Days mit zur Schau ­gestellter „sexueller Vielfalt“? Brauchen wir mehr Filme, mehr Werbespots mit glücklichen Schwulen? Brauchen wir die „Ehe“ für Gleichgeschlechtliche, obwohl doch nur circa zwei Prozent von ihnen vom neuen Rechtsinstitut der Eingetragenen Partnerschaft Gebrauch machen?

Brauchen wir die Abschaffung der universalen Grundwörter „Vater“ und „Mutter“, damit sich Menschen, die nicht Vater und Mutter sein können, aber durch Leihmutterschaft, Samenspende und Adoption zu „Elter eins“ und „Elter zwei“ werden, nicht diskriminiert fühlen? Brauchen wir die Umerziehung der Kinder, damit sie das alles als „normal“ empfinden? Brauchen wir noch mehr Einschränkungen der demokratischen Grundfreiheiten durch existenzgefährdende soziale Sanktionen, bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung aufgrund neu geschaffener Antidiskriminierungsgesetze? Brauchen wir die Aufnahme der „sex­u­ellen Orientierung“ ins Grundgesetz, damit die Vermittlung jeglicher Normen im Umgang mit der Sexualität kriminalisiert werden kann?

Dreist hinters Licht geführt

Ein Beispiel: Der Internationale Fachkongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg im Jahr 2009 sollte von einem schwul-lesbischen Antifa-Aktionsbündnis zu Fall gebracht werden, weil dort Referenten eingeladen waren, die sich kritisch mit Fragen der Homosexualität und deren Veränderbarkeit befassten. An vorderster Stelle Volker Beck, der ihnen das Rederecht entziehen lassen wollte, selbst aber jahrelang die ­Öffentlichkeit über seinen „Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität“ („Taz“-Artikel: „Die große Manipulation“) dreist hinters Licht geführt hatte.

Der Kongress konnte schließlich unter dem Schutz von tausend Polizisten stattfinden, nachdem mehrere Hundert Persönlichkeiten eine ­„Erklärung für Freiheit und Selbstbestimmung“ unterzeichnet hatten, unter ihnen der Verfassungsrichter Martin Kriele und die Philosophen Robert Spaemann und Edith Düsing – Grund genug für das Lesben- und Schwulenreferat der Universität Köln, ein Verbot der Schiller-Vorlesung Edith Düsings zu fordern und mit einem Kiss-in von Schwulen und Lesben zu torpedieren.

Dieser Fall zeigt: Angegriffen werden außer der Meinungsfreiheit auch die Wissenschafts- und Therapiefreiheit. Es darf nicht mehr über die ­Ursachen sexueller Identität geforscht und ­debattiert werden. Wer Menschen, die unter ihrer ­sexuellen Orientierung leiden, therapeutische Hilfe anbietet, riskiert Berufsverbot und Mobbing. Der Gesetzentwurf der Grünen vom 20.03.2013, nach dem Therapien „zur Abnahme homosexueller­ Empfindungen bei Minderjährigen“ mit Geldbuße geahndet werden sollen, belegt dies.

Wer nicht glaubt, dass die genannten Freiheiten tatsächlich auf der Kippe stehen, der lese die Yogyakarta-Prinzipien, eine Anleitung zur totalitären Durchsetzung der LGBT-Agenda, unterstützt von Linken, Grünen und Liberalen. Darin ist festgehalten, was „die Staaten“ tun „müssen“, um die Interessen der nicht-heterosexuellen Minderheit zu privilegieren, ihre Aktivitäten unangreifbar zu machen, Andersdenkende zu kriminalisieren und die lebensförderlichen Grundeinstellungen der ­Bevölkerung zu ändern.

Dies gelingt am nachhaltigsten, wenn Kinder­ durch „emanzipative sexuelle Bildung“ ab dem Kindergarten entsprechend geprägt werden: Im obligatorischen Sexualkundeunterricht werden­ sie im bebilderten „Kleinen Körper ABC“ (BZgA) über erogene Zonen, Petting und (wechselseitige) Masturbation mit Partnern beliebigen ­Geschlechts aufgeklärt. In der Broschüre „Wissenswertes für Jungen und Männer“ (BZgA) wird ihnen kundgetan, der After sei ein Sexualorgan. In der Pubertät, der Zeit der Reifung einer stabilen Geschlechtsidentität, bieten ihnen homosexuelle Paare in der Schule Hilfe beim „Coming-out“ an, obwohl die meisten Jungen nach einer Phase der Unsicherheit bald ­stabil heterosexuell sind. Die staatliche Sexualpädagogik warnt in Zeiten ­explosiver Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten nicht vor den Gefahren promiskuitiven Jugendsexes. Dies zu tun, wäre so wenig diskriminierend, wie Raucher darüber aufzuklären, dass Rauchen tödlich sein kann.

Akt der Hingabe von Mann und Frau

Was Kinder lernen müssen, ist, dass jeder Mensch die gleiche Würde hat und ihm deswegen mit Achtung und Respekt zu begegnen ist, selbstverständlich auch Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung. Es darf nicht zugelassen werden, dass sie herabgesetzt oder irgendeiner Form von Gewalt ausgesetzt werden. Aber das ist keine Einbahnstraße. Auch Andersdenkende dürfen nicht diskriminiert werden, vor allem darf ihnen nicht das Recht zur Freiheit der Meinungsäußerung entzogen werden; die Erziehungshoheit der ­Eltern, wie sie im Grundgesetz ­garantiert ist, darf nicht ausgehöhlt und praktisch aufgehoben werden.

Umfragen zeigen übereinstimmend, dass sich über achtzig Prozent der Jugendlichen eine Familie wünschen. Staat, Gesellschaft und Kirche stehen in der Pflicht, ihnen den Weg zu zeigen, wie sich ihre Sehnsucht erfüllen kann und ­Sexualität zum tiefsten Ausdruck der dauerhaften Liebe zwischen zwei Menschen werden kann, einem Akt der Hingabe von Mann und Frau, aus dem neues Leben entsteht.

Was wir brauchen, sind mehr Männer und Frauen, die bereit sind, Väter und Mütter zu werden. Wir brauchen mehr stabile Ehen, in denen Kinder zu gesunden, bindungsfähigen, leistungsfähigen Menschen heranwachsen. Wir brauchen eine Politik, die durch ein familiengerechtes Steuer- und Rentensystem dafür die materielle Basis schafft. Wir brauchen eine Gesellschaft, die sich neu an Werten ausrichtet, welche Zukunft möglich machen.

Erschienen in The European, 14. 01. 2014

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