©2017 Gabriele Kuby

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Die Sehnsucht einer Konvertitin nach heiligen Priestern

fe-medienverlag, gebunden, bebildert, 80 Seiten, 8,85 €
ISBN 978-939684-42-8

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Nicht nur Konvertiten sehnen sich nach heilig(mäßigen) Priestern. Es ist schwer, die priesterliche Berufung in der heutigen Zeit des Kirchenniedergangs zu leben, und doch so notwendig. Dies ist eine Ermutigung für Priester, ihrer Berufung treu zu sein, und eine Aufforderung an die Gläubigen, sie darin zu unterstützen. „Dieser überarbeitete Vortrag, den die Konvertitin und Soziologin Gabriele Kuby im Priesterseminar in Eichstätt hielt, ist für jeden Christen eine zeitaktuelle und wunderbare Erklärung des katholischen Priesteramtes.“ (PUR-magazin)


Resonanz

Leo Kardinal Scheffczyk

"Ihre aus der lebendigen Erfahrung kommenden authentischen Überlegungen werden einen nachhaltigen Eindruck auf angehende Priester nicht verfehlen. Ich selbst bin von Ihren auch literarisch wieder hervorragendem Bekenntnis sehr angetan."

 
Francois Collet

"Ihre Worte sind im kristallklaren Wasser des katholischen Glaubens geschöpft und von der Weisheit des Geistes Gottes geprägt. Sie haben den Mut, sich dem Zeitgeist entgegenzustellen und katholisch zu sein. Die Sätze folgen sich dicht gedrängt und klopfen ans Herz."


Pfarrer Hansmartin Lochner

"Ich habe Ihre Schrift 'Die Sehnsucht einer Konvertitin nach Heiligen Priestern' mit großer Freude und innerer Zustimmung gelesen. Schicken Sie sie doch an alle Mitglieder der Bischofskonferenz und allen Regenten von Priesterseminaren."

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Leseprobe

Priester von heute sind in die Schulen dieser Welt gegangen, sind dem gleichen Druck des Zeitgeistes ausgesetzt gewesen wie jeder andere, haben die wachsende Mißachtung der Kirche und des Priesters erlebt, ihre Zerrissenheit in Bewahrer und Modernisten. Und doch ist der Ruf Gottes, Priester zu werden, in ihr Herz gedrungen in einer Welt, die mit aller Macht und allem Lärm bemüht ist, diesen Ruf zu übertönen. Priester sein heißt,  in der Welt Christus zu vertreten. Eine  höhere Berufung gibt es nicht.
Einen zum Priester Geweihten, nennt man auch "Geistlichen". Sein Handeln geschieht in der unsichtbaren, geistlichen Welt. Wenn er Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi wandelt, ist das ein geistlicher Vollzug. Wenn er tut, wozu Jesus ihn bevollmächtigt hat, nämlich Sünden zu vergeben, zu heilen und Dämonen auszutreiben, dann wirkt er in der geistlichen Wirklichkeit eines Menschen mit geistlichen Mitteln. Wir empfinden einen Miß-klang, wenn der Priester nicht auch als Person ein geistlicher Mensch ist. Unter einem geistlichen Menschen verstehe ich jemanden, der seine Schätze im Himmel anhäuft und nicht auf der Erde; einer, der in der Welt ist, aber nicht von ihr.
Ich erinnere mich an einen Abend in Assisi. Der wohnliche Platz war voll mit Menschen, die dort miteinander plauderten, ein Glas Wein tranken, sangen, spielten und lachten. Dazwischen standen Franziskaner in ihren schwarzen Kutten, zusammengehalten von einem weißen Strick, an dem manchmal ein Rosenkranz baumelte. Sie waren den Menschen zugewandt und erreichbar, aber es war sichtbar: der Schwerpunkt ihrer Existenz lag woanders.
Der Habit oder die Priesterkleidung signalisiert den Menschen und fordert von seinem Träger: "Ich bin in der Welt, aber nicht von ihr. Ich kann dir etwas sagen über das Woher und Wohin des Menschen. Der Tod ist ein guter Bekannter von mir. Und derjenige, der den Tod besiegt hat, Jesus Christus, ist mein Herr und mein Freund. Ich kann dir von ihm erzählen, wenn du willst, und dich mit ihm bekannt machen. Wenn du suchst, dann komm du zu mir; wenn du leidest, dann komm ich zu dir. Ich bin nicht verstrickt in die Welt, weil ich im Gehorsam lebe. Vieles, woran du dein Herz hängst, brauche ich nicht. Deswegen siehst du Gelassenheit und Heiterkeit in meinem Gesicht."
Allein die Gegenwart der Franziskaner auf diesem Platz brachte eine vertikale Dimension in das Getümmel.


Keuschheit
Auf die Ehe zu verzichten, ist ein existentielles Opfer, das der Priester und jeder Gott Geweihte darbringt. Er lebt, wie Jesus gelebt hat und wie alle im Himmelreich leben werden – im direkten Liebesaustausch von Herz zu Herz. Jeder von uns sehnt sich nach Liebe, nach Umarmung, nach Angenommensein, nach Hingabe, nach der Ergänzung im anderen Geschlecht, nach den Augenblicken tiefster Lösung in der seelischen und körperlichen Einheit mit einem geliebten Menschen.
Zölibat heißt, der leiblich-menschlichen Erfüllung zu entsagen und die ganze Sehnsucht nach Liebeseinheit auf Jesus Christus zu werfen im Glauben, daß sie sich in Ihm geistlich erfüllen kann. Jesus Christus ist Person. Seine Liebe ist eine erfahrbare Realität. So wie der Mann der Frau und die Frau dem Mann sagt: „Nur du!“, so sagt der Priester zu Jesus: „Nur du!“ Es muß eine Liebeserklärung sein. Wie Eheleute sich das Versprechen zu lebenslanger Treue nur geben können, weil die Liebe zwischen ihnen entzündet ist, so kann auch ein Priester dieses Versprechen Christus nur geben, wenn er Jesus liebt. Das ist der Anfang. Dann kommt die Arbeit im Eheleben ebenso wie im Priesterleben.
Wie bleibt die Liebe lebendig? Durch alles, was einer tut, um sich durch ein entschiedenes geistliches Leben für die Gnade empfänglich zu machen, ob Priester oder Laie. Ohne täglich ausführlich mit dem zu sprechen, den wir lieben, ist es nicht möglich. Liebe braucht Zeit, die Liebe zu Gott braucht Gebetszeit. Die Quellen des Heils, die uns die Kirche erschließt, sind unerschöpflich: Das tägliche Meßopfer, regelmäßige Reinigung in der Beichte, Betrachten der Heiligen Schrift, gottesfürchtige Theologie, Verehrung der Heiligen, Fasten und Teilen, Anbetung des Geliebten im ausgesetzten Allerheiligsten, die Lehrschreiben der Päpste, Wallfahrten zu Orten besonderer Gnade, geistliche Begleitung durch einen Freund Jesu, gute Werke.
Die heilige Hildegard sagt: "Überlegt gut, ob ihr in der Umarmung der göttlichen Geheimnisse leben könnt." Ein ganzes Leben lang. Der Weg der Heiligkeit heißt ja nichts anderes, als an der Liebesbeziehung zu Christus und allem, was ihm angehört, festzuhalten. Groß ist die Gefahr, die erste Liebe zu verlieren, für Eheleute nicht minder wie für Priester. Das Priesterseminar müßte eine Art Brautschule für das Leben mit Jesus sein. Sonst könnte in einiger Zeit der Vorwurf des Engels an die Gemeinde von Ephesus zutreffen: "Ich werfe dir aber vor, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr zurück zu deinen ersten Werken. Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken. Doch für dich spricht: Du verabscheust das Treiben des Nikolaiten, das auch ich verabscheue." Darauf folgt die große Verheißung: "Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht." (Off 2,4-7)

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